Die Kampagne
von Klimaschutzagentur und proKlima

Beantwortet von proKlima-Ingenieurin Anke Unverzagt

Neubau und Passivhausbau

Häuser mit Zukunft

Der Passivhausstandard ist bewährt und anerkannt, um den Energiebedarf von Neubauten auf ein Minimum zu senken. Passivhäuser sparen etwa 80 Prozent der Heizenergie im Vergleich zu modernen Neubauten!
Es gibt bereits Passivhäuser, die nicht teurer sind als konventionelle Neubauten, in der Regel ist noch mit Mehrkosten von fünf bis zehn Prozent zu rechnen. Abgefedert wird der Mehraufwand durch Fördergelder - hinzu kommen die gesparten Energiekosten Jahr für Jahr. Das Passivhaus hat noch viel mehr zu bieten:

  • hohen Wohnkomfort durch ganzjährig behagliches Klima in allen Wohnräumen
  • Sicherheit durch dauerhaft geringe Nebenkosten
  • sehr gute Bauqualität bei höchster Umweltentlastung

Die Grundprinzipien des Passivhauses

  •  Minimierung der Wärmeverluste durch superdicke Dämmung und hocheffiziente Wärmerückgewinnung
  • Maximierung der Wärmegewinne, dazu gehört die Sonneneinstrahlung, die Abwärme von Geräten und Bewohnern (Fachleute sprechen von „passiven“ Wärmequellen daher „Passivhaus“)

Um ein Passivhaus zu heizen benötigt man im Jahr nur etwa 1,5 Liter Heizöl oder etwa 1,5 m3 Erdgas (entspricht 15 kWh) pro Quadratmeter.

So funktioniert es

Superdämmung ohne Lücken
Passivhäuser haben eine besonders gute Wärmedämmung ohne Wärmebrücken. Das schützt im Sommer vor Hitze und im Winter vor Kälte. Zugluft und „kalte Ecken“ im Haus gibt es nicht mehr.

Sonneneinstrahlung nutzen
Passivhäuser fangen die Sonne ein! Dazu besitzen sie Fenster mit 3-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung sowie einen gut gedämmten Rahmen. So holen Südfenster mehr Sonnenenergie in das Gebäude, als sie Wärme nach außen abgeben.

Luftdichtheit
Ein Passivhaus besitzt rundherum eine luftdichte Außenhülle. Darin sind z.B. die Fenster dauerhaft dicht in die Wände eingebaut. Natürlich können Sie die Fenster weiterhin öffnen – mit einer Lüftungsanlage ist es aber nicht mehr nötig. Selbst wenn draußen der Wind heult, ist es innen gemütlich, weil es nicht mehr zieht.

Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung
Eine Komfortlüftung versorgt das Passivhaus mit frischer Luft und führt verbrauchte Luft ab. Schmutz und Pollen bleiben dank der Feinfilter draußen – eine Wohltat besonders für Allergiker. Bevor die Innenluft nach draußen geht, überträgt ein effizienter Wärmetauscher die Wärme auf die nachströmende Frischluft, ohne die Luftströme zu vermischen. Über 80% der Wärme wird so zurückgewonnen.
Zusätzlich kann die Außenluft über einen Erdwärmetauscher vorgewärmt werden. 

Innovative Haustechnik
Die über die „passiven Wärmequellen“ hinaus benötigte geringe Heizwärme und die Energie zur Warmwasserbereitung lassen sich mit den unterschiedlichsten Heizsystemen und Energieträgern zuführen. Zum Einsatz können Kleinstwärmepumpen oder Pelletheizungen kommen. Eine herkömmliche Wärmeverteilung mit Heizkörpern ist aber nicht mehr notwendig, denn die Lüftung kann diese Aufgabe mitübernehmen.
Empfehlenswert ist eine Solarwärmeanlage, die von Mai bis September das Duschwasser kostenlos erwärmt. Dafür gibt es zusätzliche Fördermittel.

 

Das sagen Bewohner von Passivhäusern:

  •  Wir haben’s überall gemütlich warm
  • Wir wohnen modern und sparen dabei enorm viel Energie
  • Wir wachen schon morgens mit guter Luft auf
  • Steigende Heizölkosten lassen uns kalt 

Anschauen und Kennenlernen:
Jedes Jahr im Herbst lädt der bundesweite Tag des Passivhauses ein, verschiedene Gebäude im Passivhausstandard zu besichtigen. Termin und Details für die Region Hannover ab Mitte Oktober unter Veranstaltungen
Vorbildliche Passivhausprojekte und umfangreiche Informationen zum Energie sparenden Bauen für Bauinteressenten und Hauseigentümer präsentiert das Internetportal www.passivhaus-plattform.de

Regionsweit erste Sporthalle im Passivhausstandard

Mehr Komfort für die Schüler (o.)
Bürgermeister Jagau übergibt Schlüssel an Schulleiterin Kruse (u.)

Die größte Sporthalle Deutschlands im Passivhausstandard wurde jetzt an der Albert-Einstein-Schule in Laatzen eingeweiht. Bürgermeister Hauke Jagau übergab der Schulleiterin Renate Kruse nach nur neunmonatiger Bauzeit symbolisch den Schlüssel. Er betonte, dass der Bau der Sporthalle, einer Mensa und dreier zusätzlicher Klassenräume nicht gelungen wäre, ohne den Zuschuss aus dem Bund-Länder-Investitionsprogramm für Ganztagsschulen. 3,25 Mill. Euro kamen aus diesem Topf. Darüber hinaus förderte proKlima den Bau der Sporthalle wegen des vorbildlichen Passivhausstandards mit 200.000 Euro. Ziel sei es, so Jagau, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und die Umwelt zu schonen. Viel Komfort bietet die stark wärmegedämmte Halle den Nutzern, also in erster Linie den Schülern, dadurch, dass permanent der Sauerstoffgehalt gemessen und nach Bedarf automatisch reguliert wird. So wird es den typischen Turnhallenmief in dieser modernen Halle ganz sicher nicht geben.

Links

Links (nicht nur) zum Thema Passivhaus-Technologie