Wettbewerb Effizienzhaus - Energieeffizienz und gute Architektur
Berlin, 29.6.2009. Deutschlands größter Wettbewerb für zukunftsfähiges Wohnen ist entschieden. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee hat in Berlin gemeinsam mit den Partnern des Wettbewerbs „Effizienzhaus – Energieeffizienz und gute Architektur“ die Sieger prämiert.
Gelungene Gestaltung und minimaler Energiebedarf: Mit dieser Mischung hat sich auch das Haus von Martin Möllenkamp aus Westerkappeln im Wettbewerb durchgesetzt. Möllenkamp hatte sich bei der Klimaschutzagentur Region Hannover - norddeutscher Regionalpartner der dena - beworben und einen der vier Preise in der Kategorie „Denkmalgeschütztes Gebäude“ gewonnen. Er konnte sich bei der Preisverleihung am 29. Juni in Berlin über 6.666 Euro sowie über ein großes Lob von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee freuen: „Der Wettbewerb zeigt, dass Energieeffizienz und gute Architektur keine Gegensätze sind“. Der Preisträger habe energetische Optimierung und eine hohe Baukultur vorbildlich miteinander vereint.
So schön kann sparen aussehen
Martin Möllenkamp hat sein Fachwerkhaus, das zu den ältesten im Tecklenburger Land gehört, im vergangenen Jahr umfassend modernisiert. Die Gebäudehülle ist mindestens 40 cm dick, die Innendämmung besteht größtenteils aus Zellulosedämmwolle. Alle Fenster verfügen über eine Drei-Scheiben-Verglasung mit Edelgasfüllung. Ein Solarkollektor im Garten hinter dem Haus sorgt für klimafreundlich erwärmtes Brauchwasser, mit einer Photovoltaikanlage produziert Möllenkamp zudem Strom aus Sonnenenergie. Doch die energetische Modernisierung allein sicherte dem Westerkappelner noch nicht den Bundessieg. Mit dem Umbau wurde der Bauherr auch den hohen Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht, indem er das ortstypische Kötterhaus von 1884 originalgetreu erhalten hat. Außerdem lohnte sich der Umbau finanziell: Heute benötigt Möllenkamps Haus nur noch 91,6 Kilowattstunden Energie pro Jahr und Quadratmeter. Das entspricht einer Energieersparnis von rund 73 Prozent im Vergleich zum einem Neubau nach dem Standard der Energieeinsparverordnung 2007. Mit dem Ergebnis des Umbaus ist Möllenkamp sehr zufrieden: „Auch der Wohnkomfort hat sich verbessert. Wir haben bei der Innenwand mit Lehmmaterial gearbeitet. Das hat einen guten Einfluss auf das Raumklima.“
Vom Regional- zum Bundessieg
Das Haus im Tecklenburger Land hatte es nach der Vorauswahl durch eine Regionaljury in die Runde der letzten 86 Objekte geschafft. Aus diesen wählte eine Bundesjury schließlich 18 Preisträger in fünf Kategorien aus. „Martin Möllenkamps Haus überzeugte die Jury durch die gelungene Verbindung von Tradition und Moderne. Durch die energetische Modernisierung wurde sowohl die typische Architektur des Hauses gewahrt, als auch eine hohe Energieeinsparung erzielt “, so Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, die gemeinsam mit dem proKlima, dem Fonds der Stadtwerke Hannover, den Wettbewerb als Regionalpartner in Norddeutschland betreute. Bundesweit hatten sich 580 Hausbesitzer beworben, darunter auch 86 aus dem norddeutschen Raum.
Ausgerichtet wurde der mit 120.000 Euro dotierte Wettbewerb vom Bundesbauministerium und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Teilnehmen konnten Bauherren und Architekten von sowohl Ein- und Zweifamilienhäusern als auch von Mehrfamilienhäusern, die entweder energieeffizient gebaut oder saniert worden sind. Als energetische Mindeststandards galten die aus den Förderprogrammen der KfW-Bankengruppe bekannten Anforderungen: „KfW-Effizienzhaus 70“ für Sanierungen und „KfW-Effizienzhaus 55“ für Neubauten.
Die KfW-Bankengruppe, der Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. und die Yello Strom GmbH unterstützten den Wettbewerb als Partner.
Hinweis für Redaktionen:
Pressetexte, detaillierte Informationen zu den Preisträgern, Statements und Filmmaterial finden Sie in der digitalen Pressemappe auf www.zukunft-haus.info.



