Neubau im Passivhausstandard

Der Passivhausstandard ist bewährt und anerkannt. Mit einem Passivhaus-Neubau wird der Energiebedarf auf ein Minimum gesenkt: Er spart etwa 80 Prozent der Heizenergie im Vergleich zum konventionellen Neubau! Ein Passivhaus nutzt die Sonneneinstrahlung und die Wärme, die die Bewohner und technische Geräten im Gebäude („passive“ Wärmequellen) produzieren, so dass in der Regel eine klassische Gebäudeheizung nicht mehr notwendig ist.

Es gibt bereits Passivhäuser, die nicht teurer sind als konventionelle Neubauten, in der Regel ist aber bei guter Planung mit Mehrkosten von fünf bis zehn Prozent zu rechnen. Abgefedert wird der Mehraufwand durch Fördergelder – außerdem sparen Sie Jahr für Jahr Energiekosten. Und das Passivhaus hat noch mehr zu bieten:

  • hohen Wohnkomfort durch ganzjährig behagliches Wohnklima in allen Räumen
  • Sicherheit durch dauerhaft geringe Nebenkosten
  • sehr gute Bauqualität bei höchster Umweltentlastung

Um ein Passivhaus zu heizen, benötigt man im Jahr nur etwa 1,5 Liter Heizöl oder etwa 1,5 m3 Erdgas (entspricht 15 kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche.

So funktioniert's!

Superdämmung ohne Lücken

Passivhäuser haben eine besonders gute Wärmedämmung ohne Wärmebrücken. Das schützt im Sommer vor Hitze und im Winter vor Kälte. Zugluft und kalte Ecken im Haus gibt es nicht mehr.

Sonneneinstrahlung nutzen

Passivhäuser fangen die Sonne ein! Dazu besitzen sie Fenster mit Drei-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung und einem gut gedämmten Rahmen. So holen Südfenster mehr Sonnenenergie in das Gebäude als sie Wärme nach außen abgeben.

Luftdichtheit

Ein Passivhaus besitzt rundherum eine luftdichte Außenhülle, damit die Wärme nicht ungewollt entweichen kann. So sind z.B. die Fenster dauerhaft dicht in die Wände eingebaut. Natürlich können Sie die Fenster weiterhin öffnen - mit einer Lüftungsanlage ist dies aber nicht mehr nötig. Selbst wenn draußen der Wind heult, ist es innen gemütlich, weil es nicht mehr zieht.

Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung

Eine Komfortlüftung versorgt das Passivhaus mit frischer Luft und führt verbrauchte Luft ab. Schmutz und Pollen bleiben dank der Feinfilter draußen - eine Wohltat besonders für Allergiker. Bevor die Innenluft nach draußen geht, überträgt ein effizienter Wärmetauscher die Wärme auf die nachströmende Frischluft, ohne die Luftströme zu vermischen. Über 80% der Wärme wird so zurückgewonnen.
Zusätzlich kann die Außenluft über einen Erdwärmetauscher vorgewärmt werden.  

Innovative Haustechnik

Die über die „passiven Wärmequellen“ hinaus benötigte geringe Heizwärme und die Energie zur Warmwasserbereitung lassen sich mit den unterschiedlichsten Heizsystemen und Energieträgern zuführen. Zum Einsatz können Kleinstwärmepumpen oder Pelletheizungen kommen. Eine herkömmliche Wärmeverteilung mit Heizkörpern ist aber nicht mehr notwendig, denn die Lüftung kann diese Aufgabe mit übernehmen.
Empfehlenswert ist eine Solarwärmeanlage, die von Mai bis September das Warmwasser kostenlos erwärmt. Dafür gibt es zusätzliche Fördermittel.

Anschauen und Kennenlernen

Tag des Passivhauses

Wie wohnt es sich in einem Passivhaus? Jedes Jahr im November lädt der bundesweite „Tag des Passivhauses“ ein, bei einem Tag der offenen Tür verschiedene Gebäude im Passivhausstandard zu besichtigen. Die Klimaschutzagentur organisiert die regionale Veranstaltung gemeinsam mit dem enercity-Fonds proKlima. Mehr Informationen zum aktuellen Tag des Passivhauses in der Region Hannover gibt es ab Mitte Oktober unter Veranstaltungen.

Initiator des Passivhaustages, der auch international stattfindet, ist die IG Passivhaus. In der Projekt-Datenbank der IG Passivhaus finden Sie Steckbriefe von zertifizierten Passivhäusern.

Gute Beispiele

Vorbildliche Passivhausprojekte und umfangreiche Informationen zum energiesparenden Bauen für Bauinteressenten und Hauseigentümer präsentiert das Internetportal www.passivhaus-plattform.de