Energieeffiziente KWK-Technik

Durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird energiesparend Wärme und Strom produziert. Sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen können von der Technik profitieren: entweder bei der Fernwärmeversorgung über ein großes, zentrales Heizkraftwerk oder mit einem eigenen Blockheizkraftwerk (BHKW).

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird die eingesetzte Energie optimal genutzt. Mit der Wärme wird geheizt, warmes Wasser bereitet oder auch Kälte erzeugt. Gleichzeitig produzieren KWK-Anlagen Strom, der entweder vor Ort verbraucht oder in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Die KWK spart im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme in Großkraftwerken und lokalen Heizkesseln bis zu 40 Prozent Energie. Gleichzeitig beträgt die CO2-Einsparung einer KWK-Anlage beim Einsatz von Erdgas bis zu 60 Prozent und bei erneuerbaren Energien wie Bioerdgas sogar bis zu 100 Prozent.

Video Bio-KWK

Was ist ein Blockheizkraftwerk und wieso ist es klimaschonend? Dieser Film stellt anhand von Beispielen aus der Region Hannover die Technologie Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vor, mit der besonders effizient Strom und Wärme produziert wird. 

 Der Film entstand im Rahmen des EU-Projekts "CHP Goes Green" (2010-2013), an dem die Klimaschutzagentur Region Hannover als einer von acht auropäischen Projektpartnern mitwirkte. www.chp-goes-green.info

KWK-Anlagen gibt es in groß und klein. Das Spektrum der elektrischen und thermischen Leistung von KWK-Anlagen reicht von wenigen Kilowatt bis zu mehreren hundert Megawatt. Für den Einsatz in Ein- und Mehrfamilienhäusern oder kleineren Gewerbebetrieben kommen vor allem sogenannte Mini-BHKW und Mikro-BHKW in Frage. Die Leistung und Art der Anlage hängt vom Bedarf des Nutzers ab.

Ein wichtiger Richtwert zur ersten Einschätzung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW ist seine jährliche Betriebsstundenzahl, die bei größeren Anlagen mindestens 4.000 h/a sowie bei Kleineren mindestens 6.000 h/a bei 8.760 Jahresstunden betragen sollte. Die Auslastung des BHKW lässt sich verbessern, wenn zusätzlich noch Bedarf an Prozesswärme oder Kälte besteht. Die Abwärme der Anlage kann dann zum Beispiel für eine Absorptionskältemaschine genutzt werden. In diesem Fall spricht man von Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK).

BHKW werden zumeist mit Erdgas oder Heizöl betrieben. Auch Deponiegas, Grubengas, Biogas, Klärgas, Holzpellets, Rapsöl beziehungsweise Biodiesel kommen als Brennstoff infrage. Lesen Sie mehr zum diesem Thema unter dem Stichwort Bio-KWK.

Erste Wahl: Fernwärme

Die einfachste Möglichkeit, um Energie aus energiesparender Kraft-Wärme-Kopplung zu nutzen, ist Fernwärme. Prüfen Sie, ob der Anschluss an ein Fernwärmenetz an Ihrem Gebäudestandort möglich ist. Andernfalls kommt vielleicht ein Blockheizkraftwerk (BHKW) infrage.

Ob Wohnhaus, Wirtschaftsbetrieb oder öffentliche Einrichtung – Fernwärme ist eine ressourcensparende und komfortable Möglichkeit, ein Gebäude mit Heizenergie zu versorgen. Auch die Warmwasserbereitung erfolgt durch Fernwärme. Die Wärme wird in einem Heizkraftwerk produziert und über wärmegedämmte Rohrleitungen zu den Verbrauchern transportiert. Fernwärmenetze gibt es in vielen Städten. Das Fernwärmenetz in Hannover betreiben die Stadtwerke Hannover. Das Versorgungsgebiet in der Landeshauptstadt erstreckt sich vom Stadtteil Stöcken bis zum Roderbruch. Liegt eine Fernwärmeleitung in Ihrer Nähe, ist ein Anschluss in der Regel problemlos und kurzfristig möglich. Ob Ihr Gebäude an das Fernwärme-Versorgungsnetz angeschlossen werden kann, erfahren Sie am besten in einer individuellen Beratung bei dem zuständigen Energieversorger.

Komfortabel und kostensparend
Für die Fernwärme spricht nicht nur die energiesparende Kraft-Wärme-Kopplung. Zu nennen sind auch die geringeren Investitionskosten und weniger Platzbedarf (kein Heizkessel, kein Schornstein) zum Beispiel im Vergleich zu einer Gasheizung. Kosten für die Bedienung, Service-Reparaturen und Emissionsmessungen reduzieren sich deutlich oder entfallen ganz.

Auch Fernwärme beziehungsweise Fernwärmeanschlüsse werden finanziell gefördert. Informieren Sie sich über hier über die Fördermöglichkeiten.

Falls bei Ihnen kein Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich ist, kann ein BHKW eine Lösung sein. Nutzen Sie die Beratungsangebote zur Gebäudemodernisierung oder für Unternehmen.