Bildung | 10.01.2022

Ausgezeichnet für Klimaschutzaktivitäten: Engagierte Energiesparschulen erhalten Prämien

Oberbürgermeister Onay gratuliert via Videobotschaft

16 Schulen haben Grund zur Freude: Mit einer Leistungsprämie in Höhe von 1.000 bis 3.500 Euro belohnt die Landeshauptstadt Hannover das energie- und klimabewusste Engagement von Energiesparschulen trotz aller pandemiebedingten Einschränkungen im Jahr 2020. Das seit 27 Jahren laufende Programm „GSE“ steht für „Gruppe schulinternes Energiemanagement“. Die geplante feierliche Übergabe im Rathaus musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Mit einem kurzen Videogruß gratuliert Oberbürgermeister Belit Onay den Gewinner-Schulen: „Ich bin begeistert. Das Engagement der Schüler*innen zeigt, wie wichtig jungen Menschen der Klimaschutz ist und wie sehr sie bereit sind, sich dafür einzusetzen.“ Onay führt in seiner Botschaft einige Beispiele der aktuell ausgezeichneten Schulen auf und betont, dass die Basis aller GSE-Aktivitäten das Energiesparen selbst bilde, „mit dem sofort CO2-Emissionen vermieden werden können“. Durch das Programm seien in 27 Jahren insgesamt mehr als 13,5 Millionen Euro gespart worden. „Und das Klima wurde um mehr als 55.000 Tonnen Kohlendioxid entlastet“, hebt der Oberbürgermeister hervor, der sich abschließend für den Einsatz bei den Schüler*innen bedankt. Der Videogruß von Oberbürgermeister Belit Onay ist im Internet unter www.hannover.de/gse zu finden.

Die Preisträger-Schulen

Den ersten Platz teilen sich zwei langjährig erfolgreiche Schulen, die mit ihren Projekten viele andere Schulen zu eigenen Unterrichtsvorhaben inspirierten: Grundschule Beuthener Straße und IGS Bothfeld. Die beiden Einrichtungen erhalten jeweils eine Prämie in Höhe von 3.500 Euro.

In einem Klimaparcours lassen Schüler*innen der Grundschule Beuthener Straße anschaulich Eltern und Mitschüler*innen an 16 Stationen erleben, was Klimawandel bedeutet und wie jede*r im Alltag aktiv werden kann. Mit alltagsbezogenen Forschungsprojekten zum besten Trinkhalmersatz und zum klimaschützenden Hausbau werden Alternativen für die Zukunft entwickelt.

Ebenfalls zum wiederholten Male punktet die IGS Bothfeld mit durchgängig intensiver Projektarbeit und sehr überzeugendem Schüler*innen-Engagement. Durch Ausweichen auf Online-Formate, Erstellung von Erklärvideos und einen Schülerblog bleiben Schüler*innen auch in den Distanzphasen aktiv. Für gesunde Luft sorgen selbstgebaute CO2-Ampeln. Besonders bemerkenswert aus Sicht der Jury: Schüler*innen fordern ihre Lehrerkräfte auf, die Themen „Energie, Umwelt und Klimaschutz“ über den naturwissenschaftlichen Unterricht hinaus in den Arbeitsplänen zu verankern.

Den dritten Platz belegt die IGS List. Sie erhält 2.500 Euro. Die IGS List bewies sich auch im Corona-Jahr als „hartnäckige“ Energiesparschule, in der Energiewächter*innen genau auf den Verbrauch achten. Darüber hinaus engagieren sich Schüler*innen mit weiteren Maßnahmen vom kohlendioxidarmen Schulweg, der Schulgartengestaltung bis zur nachhaltigen Kantine auch in Kontakt mit Politik und externen Verbänden aktiv für den Klimaschutz. Ihr Ziel: eine „klimaneutrale Schule“ werden.

Der vierte Preis in Höhe von 2.000 Euro geht an die Albert-Schweitzer-Schule (Grundschule): Das neue Konzept „Bewegte Zukunftsschule“ bietet jetzt eine feste Struktur für die Behandlung von BNE-Themen („Bildung für nachhaltige Entwicklung“, UNESCO-Programm) in allen Jahrgängen.

Das Gymnasium Schillerschule landet auf dem fünften Platz (1.500 Euro). Die Jury lobt, wie sehr Schüler*innen das Thema „Nachhaltigkeit“ vorantreiben: Unter anderem führen Sie auf eigene Initiative ein „Junior-Science-Café“ weiter und diskutieren dort Nachhaltigkeitsthemen mit Expert*innen.

Gleichwertige Preise in Höhe von 1.000 Euro haben gewonnen: Grundschule Alemannstraße, Grundschule an der Feldbuschwende, Comeniusschule, Kardinal-Bertram-Schule, Grundschule Tegelweg, Grundschule Vinnhorst, Käthe-Kollwitz-Schule, IGS Linden, IGS Stöcken, Heisterbergschule, Dietrich-Bonhoeffer-Realschule.

Das GSE-Energiesparprogramm

Die Leistungsprämie wird seit 2014 jedes Jahr als zusätzlicher Ansporn im Rahmen des Programms "Gruppe schulinternes Energiemanagement" (GSE) vergeben, mit dem die Stadt seit 1994 das Thema Energiesparen an Hannovers Schulen fördert. Das Prinzip: Gemeinsam achten Schüler*innen, Lehrkräfte und Schulhausmeister*innen, unterstützt von Energiefachleuten, auf einen effizienten Umgang mit Energie im Schulalltag. Dafür erhalten sie einen „Basis-Bonus“ von zwei Euro pro Schüler*in und Jahr. 90 Prozent der Schulen machen regelmäßig mit und vermeiden so pro Jahr rund 650.000 Euro Energiekosten und 2.300 Tonnen Kohlendioxidausstoß.  

Leistungsprämie

Die Teilnahme am GSE-Projekt ist Voraussetzung, um sich für eine Leistungsprämie zu bewerben. Angesichts der unterschiedlichen Schulformen und der vielen guten Beispiele setzt die Stadtverwaltung mit fünf Hauptpreisen und bis zu zwanzig weiteren Preisen auf eine breite Streuung der Leistungsprämien. Der aktuell beendete Wettbewerb 2020 hob sich von den vorherigen ab. Denn trotz aller Einschränkungen im Unterricht durch die Pandemie haben die Schulen nicht nur das Thema Klimaschutz weiterverfolgt, sondern haben zudem die Zeit genutzt, um das Thema auch auf das häusliche Umfeld auszuweiten und die künftige Verankerung im Unterricht nachhaltig zu organisieren. Die Jury ist begeistert, dass sich die teilnehmenden Schulen trotz schwierigen „Corona-Umstände“ ungebremst stark für das Thema engagiert haben. Lohn für die Wettbewerbsschulen ist, dass die Preise höher sind als in den Vorjahren: plus 500 Euro für die Hauptpreise und plus 250 Euro für die weiteren Preise.

Jury-Mitglieder

Die Jury setzte sich wie folgt zusammen:

  • Matthias Wohlfahrt, proKlima - Der enercity-Fonds;
  • Arno Mühlenhaupt, langjähriger Leiter des Schul-LAB der IGS Mühlenberg (seit 2015 im Ruhestand);
  • Andrea Wernecke, Klimaschutzagentur Region Hannover;
  • Dr. Regine Leo, Landeshauptstadt Hannover, Leiterin des Schulbiologiezentrums Hannover;
  • Regine Bethke-Wittke, Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Gebäudemanagement;
  • Udo Büsing, Landeshauptstadt Hannover, Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro.

Weitere Informationen zum GSE-Projekt bietet das Internet unter www.hannover.de/nichtinvestiveEnergiesparprogramme (alternativ unter www.hannover.de, Suchwort „GSE“).

Schliessen