Wennigsen | 21.04.2022

Jugendliche entwickeln eigene Energiewende in Wennigsen

Drei Tage Projekt „plenergy“ in der Sophie-Scholl-Gesamtschule zusammen mit der Waldorfschule Sorsum

Der große Energiewende-Rat stimmt ab, geleitet von Wennigsens Bürgermeister Ingo Klokemann. Foto: Klimaschutzagentur Region Hannover

Beteiligt an plenergy in Wennigsen (v.l.): Schulleiter der KGS Wennigsen Kai Birkner, Bürgermeister Ingo Klokemann, Regionspräsident Steffen Krach, Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Region Hannover Anja Floetenmeyer-Woltmann, Klimaschutzmanager Jan Krebs, Frank Glaubitz von Avacon, Schülerinnen und Schüler wie Mia und Mayara und Lehrkräfte wie Patricia Drefs der Waldorfschule Sorsum. Foto: Klimaschutzagentur Region Hannover

Frische Tatkraft für die Energiewende in Wennigsen: In Kooperation mit der Klimaschutzagentur Region Hannover hat die Gemeinde „plenergy – Vom Planspiel zur Energiewende“ vom 20. bis 22. April 2022 in die Sophie-Scholl-Gesamtschule mit der Waldorfschule Sorsum als Gast geholt. Das Projekt fördert den Austausch und vernetzt Jugendliche sowie Aktive der Lokalpolitik und örtliche Initiativen im Sinne von Klimaschutz und Energiewende.

Solarstraßenlaternen mit Bewegungsmelder, Workshops zu Klimakrise und -gerechtigkeit und ein umfangreiches veganes und vegetarisches Angebot in der Schulkantine und vieles mehr: In drei spannenden Projekttagen haben rund 90 Schülerinnen und Schüler mit ihren Ansätzen neuen Schwung in den Klimaschutz und die Energiewende ihrer Gemeinde gebracht. Sie stammen aus achten und neunten Klassen der Sophie-Scholl-Gesamtschule und der Waldorfschule Sorsum. Im Planspiel plenergy berieten sie sich am Mittwoch in Fachausschüssen, am Donnerstag stimmten sie ihre Beschlussvorlagen im großen Energiewende-Rat ab, bei dem auch Regionspräsident Steffen Krach zu Gast war. Für Freitag stand die Realisierung ihrer Projektideen zu Klimaschutz und Energiewende auf dem Programm. Insgesamt rund 40 Mitwirkende unterstützten die Jugendlichen, darunter ein Moderationsteam und ein Medienpädagoge, Expertinnen aus verschiedenen Fachrichtungen sowie Aktive von Initiativen vor Ort. Einen direkten Einblick ins Planspiel gab eine Dokumentationsgruppe von acht Schülerinnen und Schülern via Blog. So lässt sich auch nach den Projekttagen noch sehen, was etwa die Fachausschüsse Strom, Gebäude, Mobilität, Konsum und Öffentlichkeitsarbeit erarbeitet haben oder der Energiewende-Rat beschlossen hat. Fotos, Texte und Film-Clips stehen online auf www.plenergy.de/wennigsen22 und auf Instagram auf @plenergy_deutschland.

Schnell war Bürgermeister Ingo Klokemann dafür zu gewinnen, aktiv im Planspiel mitzuwirken und den Energiewende-Rat an Tag zwei zu leiten. „Die Motivation und die Ideen der Jugendlichen waren beeindruckend“, so Klokemann. „Es ist schön zu sehen, mit wie viel Einsatz die Schülerinnen und Schüler am Klimaschutz arbeiten.“ Er trug die Beschlussvorlagen der Jugendlichen aus den Fachausschüssen vor, leitete deren Diskussion und ließ abstimmen. „Es war den Jugendlichen deutlich anzumerken, dass sie ein großes Interesse daran haben, ihre Zukunft mitzugestalten“, stimmte auch Regionspräsident Steffen Krach zu. Besonders interessiert hörten dabei auch Andrea Werneke von der Klimaschutzagentur Region Hannover und Wennigsens Klimaschutzmanager Jan Krebs zu, die sich für plenergy in Wennigsen eingesetzt haben und zu den Personen gehören, die die Ergebnisse von plenergy in der Gemeinde weiterverfolgen wollen.

Für Tag drei haben örtliche Initiativen wie Fridays For Future, NABU und ADFC ihre Teilnahme zugesagt. Sie waren gespannt, welche Projektideen die Schülerinnen und Schüler präsentieren würden und boten Beratung und Unterstützung an, die neuen Ansätze zu realisieren. So sollen langfristig neue Verbindungen der Jugendlichen zu tatkräftigen Akteurinnen und Akteuren entstehen, um die plenergy-Ideen in Wennigsen mit Erfolg umzusetzen. Denn plenergy soll über die drei Projekttage hinauswirken.

Nachwirkungen erwünscht

„Wir wollen eine klimaneutrale Region Hannover bis 2035. Das geht mit kaum jemandem besser, als mit der jungen Generation, die darauf brennt, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten“, so Geschäftsführerin Anja Floetenmeyer-Woltmann. „Dafür ist unser Projekt da: Kontakte knüpfen und neue Netzwerke für den Klimaschutz und die Energiewende zu schaffen.“ Es gehe darum, politische Zusammenhänge zu durchdringen, um politische Teilhabe nicht nur zu ermöglichen, sondern zu aktivieren.

Zum Projekt

Projektträgerin ist die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover, die im Januar 2019 mit plenergy an den Start gegangen ist. Das Projekt ist von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums als „innovatives Klimaschutzprojekt mit bundesweiter Ausstrahlung“ gefördert. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und die vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategie (RENN) haben plenergy als „Projekt Nachhaltigkeit 2021“ ausgezeichnet.

Mehr auf www.plenergy.de oder Instagram @plenergy_deutschland

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