Unternehmen | 07.07.2022

59 ÖKOPROFIT-Unternehmen ausgezeichnet

Mit praxisnahen und nachhaltigen Verbesserungen die Umwelt geschont und gleichzeitig Betriebskosten gespart: In der aktuellen Runde des Programms ÖKOPROFIT Hannover erhielten an diesem Donnerstag (7. Juli) neun Unternehmen erstmals ihre Auszeichnung als ÖKOPROFIT-Betrieb (Einsteigerrunde). Darüber hinaus haben Oberbürgermeister Belit Onay und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel Urkunden an 50 Unternehmen ausgehändigt, die als Klub-Mitglieder wiederholt an dem Programm teilnahmen. In der aktuellen Runde (2021/22) haben sich die Unternehmen insgesamt 212 Einzelmaßnahmen vorgenommen und davon bereits mehr als drei Viertel begonnen oder umgesetzt. Insgesamt werden und wurden dabei Kosten in Höhe von 2,16 Millionen Euro sowie circa 3.327 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart. Mit ÖKOPROFIT unterstützen Landeshauptstadt und Region Hannover somit Unternehmen dabei, ihren betrieblichen Umweltschutz zu verbessern.

„Ökologische und ökonomische Ziele lassen sich gut miteinander verknüpfen – das ist erneut das erfreuliche Fazit aus der zurückliegenden ÖKOPROFIT-Programmrunde“, sagte Oberbürgermeister Onay bei der Auszeichnungsveranstaltung vor rund 130 Gästen. „Mit professioneller Unterstützung und großem eigenen Engagement ist es den teilnehmenden Unternehmen gelungen, die Ressourcen in ihren Betrieben effizienter einzusetzen. Ich bin begeistert, wie vielfältig die Umweltmaßnahmen der Unternehmen waren und wie engagiert diese bearbeitet wurden.“

„ÖKOPROFIT hat von jeher eine Doppelfunktion: einerseits mithilfe zahlreicher Fachleute ein nachhaltiges Weiterbildungsangebot für Unternehmen, andererseits ein großes Netzwerk“, unterstrich Anja Ritschel und hob noch einen weiteren Aspekt hervor: „Die beteiligten Unternehmen in dieser Runde haben allein rund 30.000 Mitarbeitende. Das bedeutet einen enormen Multiplikatoreffekt, den die Maßnahmen auslösen. So können beispielsweise Projekte zum Abfallmanagement oder zur Biodiversität auf dem Firmengelände Denkanstöße für das eigene Verhalten im heimischen Haushalt oder Garten bieten.“

Alle teilnehmenden Unternehmen haben sich in den vergangenen anderthalb Jahren intensiv mit Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen auseinandergesetzt und konsequent ihre Umweltziele verfolgt. Hilfreich waren dabei 30 Workshop-formate, mehr als 130 individuelle Betriebstermine mit Expert*innen sowie innerhalb der Unternehmen viele weitere Umweltteam- und Arbeitssitzungen. Das Ziel lautete stets: nachhaltiger zu wirtschaften und so auch Kosten zu reduzieren. Zu den praxisnahen Optimierungsmaßnahmen gehörten zum Beispiel der Austausch von konventionellen Leuchtmitteln hin zu LED-Substituten oder ein Unternehmens-Newsletter, in dem Mitarbeitende ihre persönlichen Tipps und Hinweise zu Nachhaltigkeitsthemen geben.

Trotz der mehr als 20-jährigen ÖKOPROFIT-Erfahrung waren die vergangenen beiden Jahre wegen der Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung. Gerade der direkte Erfahrungsaustausch der Unternehmen untereinander mit gegenseitigen kleinen praktischen Tipps und kurzen Hinweisen war damit nicht mehr so einfach gegeben wie zuvor. Digitale Formate ersetzten die bisherigen Treffen und haben damit die Netzwerkarbeit etwas verändert. „Gerade aufgrund dieser speziellen Umstände sind die erzielten Einspar-Ergebnisse umso bemerkenswerter“, betonte Oberbürgermeister Onay abschließend.

Redaktioneller Hinweis: Unten im Downloadbereich führen Links zur Liste der Institutionen, die an der abgeschlossenen Runde teilgenommen haben, und zu einer aktuellen ÖKOPROFIT-Broschüre.

Stichwort ÖKOPROFIT (Hintergrundinformationen):

Die Initiative ÖKOPROFIT wurde 1991 vom Umweltamt der Stadt Graz ins Leben gerufen und ist heute ein internationales Vorzeigemodell für eine erfolgreiche Kooperation zwischen lokalen Umweltbehörden und kleinen und mittleren Unternehmen. Der Programmname steht für „ÖKOlogisches PROjekt Für Integrierte UmweltTechnik“. Als eine der ersten Kommunen Deutschlands hat die Landeshauptstadt Hannover 1999 das Konzept umgesetzt – als ein Projekt der lokalen Agenda 21. Der erste Durchgang begann mit elf Betrieben im Jahr 2000. Die Region Hannover beteiligt sich seit 2006 an dem Projekt.

ÖKOPROFIT ist aus dem Wunsch heraus entstanden, nicht nur ehrgeizige Umweltziele und wirtschaftliche Effizienz zu erreichen, sondern auch um die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Unternehmen zu verbessern. Die Forderung nach einer ökologischen und sozialen Wirtschaftsförderung entstammt sowohl dem Dialog mit der Stadtgesellschaft als auch einer Anhörung der Wirtschaft im Rahmen des Beteiligungsprozesses für eine Agenda 21. Das Programm unter der Leitung der Wirtschaftsförderung der Stadt Hannover wird mit professioneller Unterstützung der Umweltberatungsunternehmen Arqum und Wessling durchgeführt. Seit Programmstart sind 223 Betriebe in Stadt und Region Hannover als ÖKOPROFIT-Betriebe ausgezeichnet worden.

Das Programm besteht aus der Einsteigerrunde und dem ÖKOPROFIT-Klub. Der Klub ist ein Angebot an die Unternehmen, sich vertiefend im Bereich des betrieblichen Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit zu informieren, ihre Erkenntnisse aus dem Basisprogramm zu intensivieren und bestehende Umweltmanagementsysteme zu pflegen. Unter den Klubmitgliedern engagieren sich einige Unternehmen bereits seit 20 Jahren im ÖKOPROFIT-Programm.

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