Ronnenberg | 31.07.2022

Planspiel Vision:En 2040 in Ronnenberg

Teilnehmende gestalten Energiewende und setzen auf Wind und Sonne

Foto: Mirko Bartels

Die Veranstalter vom Planspiel Vision:En 2040 in Ronnenberg: (v.l.:) Dr. Julia Wiehe und Dr. Julia Thiele vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover, Bürgermeister Marlo Kratzke, Anja Floetenmeyer-Woltmann und Eike Müller, Klimaschutzagentur sowie Andrea Unterricker vom Team Ökologie im Ronnenberger Rathaus. Foto: Mirko Bartels

Wie der Ausbau der erneuerbaren Energien in Ronnenberg entschieden vorangetrieben werden kann, hat eine Gruppe von Bürger:innen und Politiker:innen jetzt im digitalen Planspiel „Vision:En 2040 – Unsere Ideen, unsere Energiewende“ im Rahmen des EU-Projekt IRENES simuliert. Das Ziel: eine vollständige Energieversorgung aus erneuerbaren Energien für 2040 auf den Flächen und Gebäuden der Stadt Ronnenberg zu planen.

In fünf unterschiedlichen Kleingruppen wurde bei dem Workshop eine Energieversorgung aus Erneuerbaren, Wind- und Solarenergie, für die Kommune dargestellt – mit unterschiedlichen Gruppenergebnissen. Die jeweiligen Planungsergebnisse wurden anschließend in einem Konsensgespräch mit allen zusammengeführt. Im Gesamtergebnis kamen die Teilnehmenden, bei denen die Akzeptanz der erneuerbaren Energien durchweg sehr hoch war, zu folgendem Ergebnis: Auf rund 60 Prozent der nutzbaren Dachflächen in der Stadt sollten Photovoltaikanlagen installiert werden. Außerdem sollten neun 260 Meter hohe und vier 200 Meter hohe Windenergieanlagen im Gebiet der Kommune realisiert werden.

Welch große Herausforderungen mit diesen Vorstellungen und Wünschen verbunden sind, machte Andrea Unterricker vom Team Ökologie im Ronnenberger Rathaus deutlich. So seien für PV geeigneten Dachflächen überwiegend in privater Hand und somit die Solaranlagen von den Eigentümer:innen zu finanzieren. Beim Thema Ausbau der Windenergie versprechen zwar die angekündigten Maßnahmen im Osterpaket des Bundes Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren zu bringen, seien derzeit aber noch nicht gegeben.

Bürgermeister Marlo Kratzke befürwortet schon länger den Ausbau der Windenergie in Ronnenberg, wo es Flächenpotenziale gibt. Konkret möchte der Projektentwickler UKA fünf größere Windräder in der Feldmark bei Linderte installieren, wo derzeit drei kleinere stehen. Der Zeitplan dafür ist ambitioniert: Es soll dazu noch im August/September ein öffentliches Beteiligungsverfahren geben. Außerdem soll das Projekt vier Ortsräten gleichzeitig vorgestellt werden.

Zum Planspiel:
„Vision:En 2040“ ist ein Projekt, das vom Niedersächsischen Umweltministerium gefördert wird, und basiert auf Geodaten der Leibniz Universität Hannover. Diese stehen für die Standortplanung von Windenergie- und Solaranlagen seit kurzem online zur Verfügung. Die Ergebnisse der bundesweiten Flächenanalysen der Forschenden wurden von der IP SYSCON GmbH bei der Programmierung für das jeweilige Stadt- oder Gemeindegebiet dargestellt. Praxispartner ist die Klimaschutzagentur Region Hannover, die auch die Kommunikation und Moderation von Planspielen in den Kommunen übernimmt.

Auf den ausgewiesenen Flächen werden beim Planspiel in Kleingruppen Energieanlagen platziert. Es können Windenergieanlagen, PV-Freiflächenanlagen und Dach-PV-Anlagen ausgewählt werden. Für den Erneuerbare-Energien-Mix lassen sich dann die potenziellen Energieerträge ermitteln und mit dem angestrebten Stromertragsziel der Kommune rückkoppeln. Anschließend werden die in kleinen Gruppen erarbeiteten Ergebnisse diskutiert. Mehr auf https://story-visionen2040.ipsyscon.de/

Zum EU-Projekt IRENES:
Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover ist seit dem 1. August 2019 Praxispartnerin in dem EU-Projekt Integration von erneuerbaren Energien und Ökosystemdienstleistungen in der Umwelt- und Energiepolitik (IRENES). Sie arbeitet dabei eng zusammen mit der Wissenschaftspartnerin, dem Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover. In dem Projekt sollen die sozialen und ökologischen Vorteile erneuerbarer Energien untersucht werden. Mehr auf https://projects2014-2020.interregeurope.eu/irenes/

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