Hannover | 10.09.2019

20 Jahre ÖKOPROFIT

760.000 Tonnen Kohlendioxidemissionen und rund 56 Millionen Euro eingespart: Stadt und Region Hannover feiern 20 Jahre ÖKOPROFIT.

Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover und Regionspräsident Hauke Jagau (Foto: Landeshauptstadt Hannover)

Landeshauptstadt Hannover - Seit 20 Jahren erarbeiten in der Landeshauptstadt und Region Hannover Unternehmen mithilfe von Fachleuten praxisnahe Verbesserungsmaßnahmen, die dem Umweltschutz zugutekommen und zugleich die Betriebskosten senken. Das ist das Programm ÖKOPROFIT. Die Landeshauptstadt Hannover hat 1999 als eine der ersten Kommunen in Deutschland dieses internationale Vorzeigemodell umgesetzt. Dieses Jubiläum wurde am Montag, 9. September, mit rund 150 geladenen Gästen im Beisein von Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Stadt Hannover, sowie Regionspräsident Hauke Jagau gefeiert.

20 Jahre ÖKOPROFIT Hannover bedeuten enorme Einsparerfolge durch gesteigerte Effizienz: Finanziell haben die Unternehmen von 1999 bis 2019 fast 56 Millionen Euro eingespart. An Energie wurden etwa 561.000 Megawattstunden weniger benötigt – damit ließen sich 107.000 Haushalte mehr als ein Jahr lang versorgen. Kohlendioxidemissionen wurden in dieser Zeit um rund 760.000 Tonnen reduziert. Um eine solche Menge aufzunehmen, bedürfe es einer 150.000 Hektar großen Waldfläche – das entspricht etwa dem 234-fachen der Eilenriede. Die Wassereinsparung macht rund 586.000 Kubikmeter aus, damit ließen sich etwa vier Millionen Badewannen füllen. Schließlich wurde das Abfallaufkommen um rund 8.300 Tonnen vermindert. Verladen auf die Eisenbahn, würde der Zug aus 1.775 Waggons bestehen und wäre fast 18 Kilometer lang.

„Ökologische und ökonomische Ziele lassen sich vielfach sehr gut im Einklang erreichen. Das haben zahlreichen Unternehmen in der Region Hannover in den vergangenen 20 Jahren erfahren“, sagte Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover. „Die Teilnehmenden haben es mithilfe von kompetenter Beratung geschafft, gleichermaßen etwas für ihr Unternehmen und den Umweltschutz zu tun. ÖKOPROFIT ist dabei thematisch sehr breit aufgestellt, weil von Energieeffizienz über Mobilitätfragen und Abfallmanagement bis hin zu umweltrechtlichen Themen vielfältige Aspekte berücksichtigt werden. Was mir besonders gefällt, ist, dass Stadt und Region gemeinsam mit den Unternehmen an den Herausforderungen des Klimaschutzes und wichtigen Fragestellungen des nachhaltigen Wirtschaftens arbeiten und voneinander lernen können.“

„Es ist bemerkenswert, wie engagiert die Unternehmen die Angebote annehmen und wie viele Maßnahmen sie in den vergangenen 20 Jahren umgesetzt haben“, unterstrich Hauke Jagau, Regionspräsident der Region Hannover. „Besonders beeindruckt mich das Engagement vieler mittlerer und kleiner Unternehmen. Das bedeutet neben der Bereitschaft für einen finanziellen Eigenbeitrag einen erheblichen zeitlichen Aufwand, weil über einen Zeitraum von über einem Jahr regelmäßig Personal für fachliche Workshops abgestellt werden muss. Das ist gerade für kleinere Betriebe keine Selbstverständlichkeit. Die Unternehmen haben aber erkannt, dass sich das lohnt. Es zeigt sich, dass bei ÖKOPROFIT Umweltschutz und Wirtschaftsförderung Hand in Hand gehen.“

25 Unternehmen länger als zehn Jahre dabei
Seit der ersten ÖKOPROFIT-Einsteigerrunde Anfang 2000 haben sich gut 200 Betriebe am ÖKOPROFIT Projekt beteiligt. Viele davon engagieren sich danach im ÖKOPROFIT-Klub weiter und erhalten weitere Auszeichnungen. Von den heute 53 Klub-Mitgliedern sind nach Abschluss der aktuellen Projektrunde 25 Betriebe mindestens zehn Jahre und länger bei ÖKOPROFIT engagiert. Diese Unternehmen wurden im Rahmen der Jubiläumsfeier mit farbigen Metallplaketten ausgezeichnet: „Gold“ für 20-jährige Teilnahme, „Silber“ für mindestens 15-jähriges Engagement und „Bronze“ für mindestens zehnjähriges Dabeisein.

Im November Startet die 14. ÖKOPROFIT-Einsteigerrunde. Betriebe in der Region Hannover können sich gerne bei der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Hannover bezüglich einer Teilnahme melden. Mehr Informationen bietet das Internet unter www.oekoprofit-hannover.de.

Ursprung im Jahr 1991
Die Initiative ÖKOPROFIT wurde 1991 vom Umweltamt der Stadt Graz ins Leben gerufen und ist heute ein internationales Vorzeigemodell für eine erfolgreiche Kooperation zwischen lokalen Umweltbehörden und kleinen und mittleren Unternehmen. Der Programmname steht für „ÖKOlogisches PROjekt Für Integrierte UmweltTechnik“. Als eine der ersten Kommunen Deutschlands hat die Landeshauptstadt Hannover 1999 das Konzept umgesetzt – als ein Projekt der lokalen Agenda 21. Der erste Durchgang begann mit elf Betrieben im Jahr 2000, von denen nun vier das 20-jährige Projektjubiläum feiern können und entsprechend ausgezeichnet werden. Die Region Hannover beteiligt sich seit 2006 an dem Projekt.

ÖKOPROFIT ist aus dem Wunsch heraus entstanden, nicht nur ehrgeizige Umweltziele und wirtschaftliche Effizienz zu erreichen, sondern auch um die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Unternehmen zu verbessern. Die Forderung nach einer ökologischen und sozialen Wirtschaftsförderung entstammt sowohl dem Dialog mit der Stadtgesellschaft als auch einer Anhörung der Wirtschaft im Rahmen des Beteiligungsprozesses für eine Agenda 21. Das Programm unter der Leitung der Wirtschaftsförderung der Stadt Hannover wird mit professioneller Unterstützung der Umweltberatungsunternehmen Arqum und Wessling durchgeführt. Seit Programmstart wurden rund 200 Betriebe in Stadt und Region Hannover als ÖKOPROFIT-Betriebe ausgezeichnet.

Eine Liste der ausgezeichneten Unternehmen gibt es auf der Seite der Landeshauptstadt Hannover.

Medienkontakt Landeshauptstadt Hannover:
Dennis Dix
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (05 11) 1 68 – 4 60 40
E-Mail: dennis.dixspamfilter@hannover-stadtspamfilter.de

Medienkontakt Region Hannover:
Klaus Abelmann
Team Kommunikation
Tel. (05 11) 6 16 – 2 20 80
E-Mail: klaus.abelmannspamfilter@region-hannoverspamfilter.de

Die Pressemitteilung im Original gibt es zum Download unter: www.presseservice-hannover.de