Hannover | 10.11.2020

Ausgezeichnet für Klimaschutzaktivitäten

Prämien für engagierte Energiesparschulen – Oberbürgermeister Onay gratuliert über Videobotschaft

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover Belit Onay gratuliert den ausgezeichneten Schulen per Videobotschaft. Bild: Landeshaupstadt Hannover

25 Schulen haben Grund zum Jubeln: Mit einer Leistungsprämie in Höhe von 750 bis 3.000 Euro belohnt die Landeshauptstadt Hannover das energie- und klimabewusste Engagement von Energiesparschulen im Jahr 2019. Pandemiebedingt musste die feierliche Übergabe im Rathaus in diesem Jahr leider ausfallen. Mit einem kurzen Videogruß gratulierte Oberbürgermeister Belit Onay den Gewinner-Schulen: „Das schulische Engagement endet (…) nicht an der Schulpforte, sondern zieht Kreise – es erreicht Eltern, Freund*innen und zunehmend sogar die Stadtteile.“ Die Schüler*innen seien „wichtige Multiplikator*innen für die Klimaallianz Hannover“. In seinem Glückwunsch betonte Onay gegenüber den Schüler*innen: „Ihr alle habt gewonnen. Vor allem hat das Klima gewonnen.“ Der Videogruß von Oberbürgermeister Belit Onay ist im Internet unter www.hannover.de/gse zu finden.

Die Preisträger-Schulen

Den ersten Preis in Höhe von 3.000 Euro gewinnt in diesem Jahr die Grundschule Beuthener Straße. Mit immer neuen Ideen und Projekten bleibt Klimaschutz in dieser schon mehrfach ausgezeichneten Schule auf der Tagesordnung. Energie sparen, Abfall sortieren, Upcycling (aus Alt mach Neu), Schulgarten und eine Garteninsel im Maschteich begeistern nebst vielen anderen Projekten die Schulgemeinschaft. Über ein europäisches Projekt (Beacon- Bridging European & Local Climate Action) tauschen sich Lehrkräfte über Klimaschutzprojekte mit Grundschulen in Europa aus.

Der zweite Preis in Höhe von 2.500 Euro geht an die Integrierte Gesamtschule Bothfeld. Die Schüler*innen überzeugten Eltern, aufs Elterntaxi zu verzichten. Gemeinsam mit Lehrer*innen haben sie eine „IGS for Future“ gegründet, die viele Nachhaltigkeitsaktionen plant und durchführt. „Wir sind alle verantwortlich für das, was wir tun – aber auch für das, was wir nicht tun. Wir möchten unsere Lebensqualität sichern und auch den nach uns lebenden Menschen eine unbeschädigte Umwelt hinterlassen, damit auch diese ein schönes Leben führen können“ – mit diesen Worten bringen die Schüler*innen ihr Engagement auf den Punkt.

Nach einigen Jahren Stillstand hat die Grundschule Stammestraße wieder mit dem Energiesparen begonnen und landet auf Anhieb auf dem dritten Platz (2.000 Euro). Mit breiter Unterstützung im Lehrerkollegium und großem Elan wird nicht nur Energie gespart, sondern es werden auch zahlreiche Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte durchgeführt: Verkauf selbstgezogener „Tulpen für Brot“ (eine Spendenaktion für Straßenkinder in Peru), clever fürs Klima kochen sowie ein Mitmachtheater.

Den vierten Platz teilen sich das Kurt-Schwitters Gymnasium Misburg und das Gymnasium Limmer. Beide erhalten jeweils 1.500 Euro. Ausgehend von einer Physik-orientierten Labor-AG hat das Kurt-Schwitters-Gymnasium inzwischen eine Reihe von Nachhaltigkeitsprojekten wie eine Fahrradwerkstatt, Schulfahrten nur mit Öffis und Plastikmüllvermeidung im Kiosk auf den Weg gebracht. Die Schüler*innenvertretung ist aktiv dabei. Das Gymnasium Limmer hat als Fair-Trade-School begonnen und dann das Energie sparen als praktische Klimaschutzmaßnahme etabliert. Upcycling-Projekte, Beteiligung an der Aktion „FahrRad fürs Klima“ des Verkehrsclubs Deutschland und Aktionen zu Kinderrechten gehörten dieses Jahr zu den weiteren Projekten des Gymnasiums Limmer.

Bildung für nachhaltige Entwicklung durchzieht das Schulprogramm der Leonore-Goldschmidt-Schule Integrierte Gesamtschule Hannover-Mühlenberg. Bereits auf einer Bildtafel im Foyer werden alle Besucher*innen mit den Unesco-Nachhaltigkeitszielen empfangen. Neben der Durchführung zahlreicher Nachhaltigkeitsprojekte ist es der Schule gelungen, 13 Prozent Wärme und neun Prozent Strom gegenüber dem Vorjahr einzusparen. Dafür erhält sie den fünften Platz und 1.000 Euro Prämie.

Gleichwertige Preise in Höhe von 750 Euro haben gewonnen: Grundschule Ahlem, Grundschule Albert-Schweitzer-Schule, Grundschule Alemannstraße, Grundschule Comeniusschule, Grundschule an der Feldbuschwende, Grundschule Kardinal-Bertram-Schule, Grundschule Otfried-Preußler-Schule, Grundschule Suthwiesenstraße, Grundschule Tegelweg, Grundschule Vinnhorst, Kaiser-Wilhelm-und Ratsgymnasium, Gymnasium Leibnizschule, Gymnasium Tellkampfschule, Integrierte Gesamtschule Linden, Integrierte Gesamtschule List, Integrierte Gesamtschule Roderbruch, Oberschule Heisterbergschule, Dietrich-Bonhoeffer-Realschule sowie die Schule mit besonderem pädagogischen Profil Glockseeschule.

Das GSE-Energiesparprogramm

Die Leistungsprämie wird seit 2014 jedes Jahr als zusätzlicher Ansporn im Rahmen des Programms „Gruppe schulinternes Energiemanagement“ (GSE) vergeben, mit dem die Stadt seit 1994 das Thema Energiesparen an Hannovers Schulen fördert. Das Prinzip: Gemeinsam achten Schüler*innen, Lehrkräfte und Schulhausmeister*innen, unterstützt von Energiefachleuten, auf einen effizienten Umgang mit Energie im Schulalltag. Dafür erhalten sie einen „Basis-Bonus“ von zwei Euro pro Schüler*in und Jahr. 90 Prozent der Schulen machen regelmäßig mit und vermeiden so pro Jahr rund 650.000 Euro Energiekosten und 2.300 Tonnen Kohlendioxidausstoß.  

Leistungsprämie

Die Teilnahme am GSE-Projekt ist Voraussetzung, um sich für eine Leistungsprämie zu bewerben. Angesichts der unterschiedlichen Schulformen und der vielen guten Beispiele setzt die Stadtverwaltung auf eine breite Streuung der Leistungsprämien. So sind neben den üblicherweise fünf Hauptpreisen in Höhe von 3.000 bis 1.000 Euro weitere 20 Preise über je 750 Euro vorgesehen.

In vielen Schulen hat das Energiesparen durch die Fridays for Future-Bewegung im Jahr 2019 einen regelrechten Boom erlebt. Besonders erfreulich: Die Schüler*innen haben in vielen Schulen Klimaschutzprojekte engagiert mitgestaltet oder sogar initiiert. Die Entscheidung fiel deshalb besonders schwer – angesichts absolut gleichwertiger Bewerbungen vergab die Jury den vierten Platz zweimal.

Jury-Mitglieder

  • Verena Michalek, proKlima - Der enercity-Fonds;
  • Arno Mühlenhaupt, langjähriger Leiter des Schul-LAB der IGS Mühlenberg (seit 2015 im Ruhestand);
  • Christiane Dietrich, Klimaschutzagentur Region Hannover;
  • Dr. Regine Leo, Landeshauptstadt Hannover, Leiterin des Schulbiologiezentrums Hannover;
  • Regine Bethke-Wittke, Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Gebäudemanagement;
  • Udo Büsing, Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün.

Weitere Informationen zum GSE-Projekt bietet das Internet unter www.hannover.de, Suchwort „GSE“.