Isernhagen | 21.06.2018

Beispielhafte Klimaschutz-Projekte vorgestellt

Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz der Region Hannover informiert sich in Isernhagen und Uetze

Der Umweltausschuss informiert sich über das Projekt "Wärme to go" in Isernhagen

Der AUK zu Besuch in Uetze, Fotos: Claus Kirsch/ Region Hannover

Über vorbildliche Klimaschutz-Projekte haben sich Mitglieder des Regionsausschusses für Umwelt und Klimaschutz (AUK) am 21. Juni 2018 gemeinsam mit Christine Karasch, Dezernentin für Umwelt, Planung und Bauen, informiert. Die von der Klimaschutzleitstelle der Region organisierte Bereisung führte zu Zielen in Isernhagen und Uetze.

1. Station: SKM – Gesellschaft für Niederspannungs-Systemtechnik
Die SKM Gesellschaft für Niederspannungs-Systemtechnik hat im Frühjahr 2018 ihren neu errichteten Firmensitz in Isernhagen-Kirchhorst bezogen. Dabei handelt es sich um ein energieeffizientes Produktionsgebäude mit angeschlossenem Bürokomplex nach KfW 55-Effizienzhaus-Standard. Das Gebäude zeichnet sich durch einen geringen Energieverbrauch, die weitgehende Nutzung regenerativer Energien für den Restenergiebedarf wie Photovoltaik, solares Heizen und eine solare Klimatisierung aus. Eine moderne Holzpelletheizung deckt den restlichen Heizbedarf. Die Region Hannover fördert ausgewählte Projektbausteine mit bis zu 50.000 Euro über die Leuchtturmrichtlinie für regional bedeutsame Klimaschutzvorhaben: Hierzu zählen eine solar gespeiste hocheffiziente Sorptionskälteanlage, ein Batteriespeicher für den selbst erzeugten Solarstrom sowie die geplante Elektrotankstelle. „Die E-Tanksäule wird noch in diesem Jahr gebaut. Darüber werden wir unseren selbst produzierten PV-Strom für privat genutzte Fahrzeuge kostenfrei bereitstellen und ihn außerdem für Firmenfahrzeuge nutzen“, erläuterte Rolf Spremberg, Geschäftsführer SKM. Christine Karasch, Dezernentin für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover, lobte den Vorbildcharakter des Projekts: „Das umgesetzte Konzept lässt sich auch in anderen Firmenneubauten realisieren und zeigt, wie Unternehmen ihre Energiekosten minimieren können. Genau solche Impulse brauchen wir auf dem Weg zur klimaneutralen Region 2050.“

2. Station: Schulzentrum Isernhagen
Die Gemeinde Isernhagen hat das Gebäude aus den 1970er-Jahren mit einer hochgedämmten Fassade ausgestattet, LED-Leuchten installiert und die Heiztechnik erneuert. Seit dem Frühjahr 2016 ergänzen zwei Brennstoffzellen das neue Blockheizkraftwerk (BHKW). „Die Bluegen Brennstoffzellengeräte sind eine der ersten marktreifen, erdgasbetriebenen und hocheffizienten Mikrokraftwerke auf Brennstoffzellenbasis zur Strom- und Wärmeversorgung von Gebäuden“, verdeutlichte Joost Götze, Abteilungsleitung Technik bei der Gemeinde Isernhagen. Die umfangreiche Investition in die innovative Technik wird zusammen mit weiteren Projektbausteinen über die Leuchtturmrichtlinie der Region Hannover mit einem Zuschuss von bis zu 100.000 Euro gefördert. „Das Beispiel des Schulzentrums Isernhagen zeigt eindrucksvoll, wie sich eine klimaschonende und effiziente Energieversorgung an Schulen umsetzen lässt“, sagte die stellvertretende Ausschussvorsitzende Ute Lamla.

Die Region bezuschusst auch den Anschluss des Plug-In-Versorgungssystems an die Heizzentrale des Schulzentrums als Beitrag zum Modellprojekt „Wärme to go“: Seit dem Frühjahr 2018 bringt eine Elektro-Zugmaschine bisher nicht genutzte Abwärme in Containern zum Schulzentrum. Die Wärme entsteht bei der Verstromung von Methangas aus der Abfallbehandlung auf der Deponie des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) in Hannover-Lahe. Projektpartner des vom Bundesumweltministerium geförderten Modellprojekts sind aha, die Gemeinde Isernhagen und die Klimaschutzagentur Region Hannover.

3. Station: Schützenverein Uetze
Der Schützenverein Uetze von 1903 e.V. baut derzeit seine Sportstätte um, um zukunftsfähig zu bleiben, und realisiert dabei auch weitreichende energetische Sanierungsmaßnahmen. Diese unterstützt die Region Hannover im Rahmen des Programms e.coSport mit bis zu 75.000 Euro. So wurden die ursprünglichen Nachtspeicheröfen bereits durch eine Warmwasserzentralheizung mit Gas-Brennwertkessel ersetzt. Die umfangreiche Dämmung des Gebäudes und die Installation von LED-Leuchten im Aufenthaltsraum und Luftgewehrstand zählen zu den weiteren Maßnahmen. „Die e.coSport-Förderung hat uns die umfangreiche energetische Sanierung ermöglicht und trägt dazu bei, unseren Verein fit für die Zukunft zu machen“, betonte der 1. Vorsitzende des Vereins, Donald Albrecht. Er lobte das Konzept des e.coSport-Programms von Landehauptstadt und Region Hannover, zu dem eine fundierte Beratung der Vereine vor und während der Sanierung zählt.

4. Station: Windpark Uetze-Nord
Zum Abschluss besichtigten die Ausschussmitglieder den im Jahr 2017 von der Firma Windstrom realisierten Windpark Uetze-Nord. Die sechs 175 Meter hohen Windräder haben eine maximale Gesamtleistung von 20 Megawatt und sind in der Lage, jährlich 38 Millionen Kilowattstunden Strom zu erzeugen. „Diese Strommenge reicht rechnerisch aus, um die rund 9.500 Haushalte in der Gemeinde Uetze zu versorgen“, veranschaulichte Bürgermeister Werner Backeberg. Der Windpark ist über ein zwölf Kilometer langes Erdkabel mit dem Umspannwerk in Hänigsen verbunden, wo der Windstrom ins Netz eingespeist wird. Eines der Windräder gehört den Gemeindebetrieben, einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der Kommune. „Aktuell wollen wir uns mit den Gemeindebetrieben an zehn weiteren Windkraftanlagen beteiligen. Die Gewinne sollen jährlich an die Gemeinde Uetze fließen und zur Haushaltskonsolidierung beitragen“, erläuterte Backeberg. Regionsdezernentin Karasch hob die Rolle der Windkraft für den Klimaschutz hervor: „Die Energieversorgung in der Region Hannover soll bis 2050 vollständig aus erneuerbaren Energien stammen. Windkraftprojekte wie der Windpark Uetze-Nord leisten einen wichtigen Beitrag, um dieses Ziel zu erreichen.“