Burgwedel | 03.09.2018

Mehr für den Klimaschutz tun

Energiewende-Veranstaltung mit den Kommunen Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen und Wedemark.

Fotos: Mirko Bartels

Die Energiewende vor Ort gelingt nur, wenn alle mitmachen. Deshalb hatte die Klimaschutzagentur am 3. September alle Bürgerinnen und Bürger der nördlichen Regionskommunen Burgwedel und Langenhagen, Isernhagen und Wedemark zur Veranstaltung „Erfolgsstrategien für die Energiewende vor Ort“ in den Amtshof in Großburgwedel eingeladen – mit dem ausdrücklichen Wunsch, ihre eigenen Ideen mitzubringen.

Geboten wurde ein „Markt der Möglichkeiten’“ mit Infoständen der ADFC Ortsgruppen, des Umweltschutzvereins in Isernhagen und Umgebung e.V., der Gemeindewerke Wedemark und der Energiewerke Isernhagen, der Avacon AG sowie der vier teilnehmenden Städte und Gemeinden und weiterer Institutionen. „Die beteiligten Akteure haben gezeigt, was in Sachen Energiewende konkret in jeder Kommune läuft und wie und wo sich vor Ort alle einbringen können“, sagt Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, der mit seinem Team die Veranstaltung moderierte.

Christine Karasch, Dezernentin für Umwelt, Planen und Bauen der Region Hannover, hob hervor, dass die Veranstaltung die Fortschritte zur Energiewende in der Region sichtbar machen und dazu beitragen solle, den „Energieeffizienzmotor“ am Laufen zu halten. Einen motivierenden Einstieg lieferte erneut Prof. Dr. Volker Quaschning aus Berlin zum Thema „Strom, Wärme, Verkehr – Was muss sich für einen erfolgreichen Klimaschutz ändern?“. Der anerkannte Experte, der auch in den sozialen Netzwerken zu Klimaschutz- und Energiethemen sehr aktiv ist, machte deutlich, dass die Klimaschutzbemühungen drastisch intensiviert werden müssen, wenn man die vereinbarten Klimaschutzziele ernst nehme.

In einem Gespräch mit den kommunalen Vertretern wurden die spannendsten lokalen Projekte und Planungen vorgestellt.  So erwähnte Bürgermeister Axel Düker als herausragendes Projekt in Burgwedel die Kläranlage der Stadt, die optimiert wurde und dadurch statt 900.000 kWh/a nur noch 600.000 kWh/a Strom verbraucht, was jährlich 93 Tonnen CO2 einspart. Eine weitere Verbesserung der Klimabilanz ließe sich mit der Nutzung der Faulgase erreichen. Erfolgreich sei auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED.

Nicole Jürgensen, Erste Gemeinderätin Isernhagens, verwies ebenfalls auf die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, für die es auch Fördermittel gibt. 1.200 Leuchten seien bereits umgerüstet, womit man 630.000 kWh/a Strom einsparen würde. Als weiteres Highlight nannte sie den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in allen Liegenschaften der Gemeinde. Jürgensen wünschte sich von Land und Bund eine Vereinfachung bei der Beantragung von Fördermitteln.

Bürgermeister Helge Zychlinski aus der Wedemark musste kurzfristig absagen.

Boris Ehrhardt, Leiter der Abteilung Sicherheit, Ordnung, Umwelt bei der Stadt Langenhagen hob hervor, dass städtische Neubauten nach Möglichkeit in Passivhausbauweise errichtet würden und nannte als Beispiel die neue Schulmensa. Darüber hinaus würde ein ganzer Stadtteil über eine Biogasanlage regenerativ versorgt und der Ausbau der Nahwärmeversorgung  mit der gemeinsamen Tochter von enercity und Stadt, der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL) im Zentrum vorangebracht.

Auf Zukunftsprojekte angesprochen, wurden von den Beteiligten Mobilitätsprojekte genannt. So verwies Düker wegen der vielen Verkehrsstaus in Burgwedel auf den notwendigen Ausbau des Nahverkehrs, insbesondere der Verlängerung der Buslinie zum Standort von Rossmann und Fiege. Erhardt wiederum erwähnte die Weiterentwicklung des Verkehrsentwicklungsplans in Langenhagen.

Der nächste und letzte Termin in der von der Klimaschutzagentur organisierten Veranstaltungsreihe „Energiewende vor Ort“ findet am Montag, 26. November, in Springe statt, mit den Kommunen Laatzen, Pattensen und Hemmingen.