Langenhagen | 30.06.2020

Ulrich Doberts setzt auf innovative Haustechnik

Energieeffiziente Sanierung in Langenhagen hat eine „Grüne Hausnummer“

Die PV-Anlage liefert auch Strom für die Ladestation des E-Mobils. V.l.: Ulrich Doberts, Udo Sahling und Mirko Heuer. Foto: Florian Arp

V.l.: Marlies Finke, Umweltbeauftragte Stadt Langenhagen, Raphael Stock, Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, Svenja Wendt, Sparkasse Hannover, Mirko Heuer, Bürgermeister Stadt Langenhagen, Christine Pfülb, Klimaschutzmanagerin Stadt Langenhagen, Ulrich Doberts, Hausbesitzer, Mona Hosseini und Udo Sahling, Klimaschutzagentur Region Hannover. Foto: Florian Arp

Ulrich Doberts hat die Solaranlage auf seinem Garagendach digital voll im Griff. Foto: Florian Arp

Vorbildliche Fassadendämmung und innovative Haustechnik inklusive Solaranlage zeichnen das Mehrfamilienhaus aus. Foto: Florian Arp

Das Mehrfamilienhaus der Doberts erhielt bereits 2018 die Auszeichnung „Grüne Hausnummer". Foto: Florian Arp

Eine Solaranlage auf dem Dach, der Garage oder dem Stall, die Fassade gut gedämmt oder ein besonders effizientes Heizsystem – es gibt viele Möglichkeiten, ein Gebäude energetisch zu sanieren. So sieht es auch Ulrich Doberts aus Langenhagen, der sein in den 50er-Jahren erbautes Mehrfamilienhaus vor einigen Jahren energieeffizient modernisiert hat. Das insgesamt vorbildliche Gebäude, für das der Hausbesitzer 2018 auch die Auszeichnung „Grüne Hausnummer“ erhielt, ließen sich am Dienstag Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer und der Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, Udo Sahling, vorstellen.

„Ich hatte schon als Kind den Traum, ein eigenes Kraftwerk zu haben“, erzählt Doberts. Den Traum hat er im Laufe von gut zehn Jahren Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt: Dazu zählen die Wärmedämmung der Fassade, ein Blockheizkraftwerk, das Strom und Wärme produziert, kombiniert mit einer Brennwertheizung und Photovoltaikanlage mit rund sieben Kilowatt peak (kWp) Leistung und Speicher. „Herr Doberts zeigt, dass ein Altbau mit effizienter Technik inklusive Solarenergie und Elektromobilität zum Energiesparhaus werden kann,“ sagt Bürgermeister Heuer, der sich besonders für die Erfahrungen von Doberts mit der bereits 2018 installierten Ladestation und dem E-Auto interessiert. Die Klimaschutzmanagerin Christine Pfülb wirbt für das neue städtische Förderprogramm für Elektroladesäulen. Anträge dazu können bei ihr gestellt werden (pro Ladesäule maximal 50 Prozent oder maximal 4.000 Euro). 

„Um diese Auszeichnung können sich Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in der Region Hannover, die besonders energieeffizient gebaut oder saniert haben, derzeit wieder bewerben“, erklärt Raphael Stock von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Damit würdigen die Landesagentur sowie die Klimaschutzagentur Region Hannover nun schon im fünften Jahr besonders vorbildliche Bau- und Sanierungsprojekte. „So werden die guten Beispiele für effizientes Bauen und Modernisieren für die Öffentlichkeit sichtbar und motivieren zum Nachmachen“ betont Svenja Wendt von der Sparkasse Hannover, die den Wettbewerb in der Region Hannover auch 2020 wieder unterstützt. Und Udo Sahling von der Klimaschutzagentur Region Hannover ist überzeugt „Energetische Modernisierungen sind nicht nur gut für Klimaschutz und Energiewende, sondern werden jetzt als Konjunkturmotor dringender denn je benötigt, weil sie viel Arbeit für das Handwerk und die Bauwirtschaft bringen.“

Die Grüne Hausnummer ist eine Auszeichnung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen in Kooperation mit regionalen Partnern. Sie zeichnet vorbildlich sanierte oder gebaute Wohngebäude aus. Wer einen Neubau mindestens im KfW-Effizienzhaus-Standard 55 fertiggestellt oder einen Altbau seit 2009 zum KfW-Effizienzhaus oder mit mehreren Einzelmaßnahmen besonders energieeffizient saniert hat, kann sich bewerben. Alle, die die Kriterien erfüllen, bekommen eine individuelle Grüne Hausnummer und eine Urkunde. Die Verleihung der Grünen Hausnummern soll am 14. September 2020 stattfinden. Außerdem werden wieder unter allen Ausgezeichneten zwei regionale Sonderpreise in Höhe von jeweils 500 Euro ausgelobt: Der enercity-Fonds proKlima stiftet den Preis „Zukunftspreis Modernisierung“ für ein herausragendes Sanierungsbeispiel, die Avacon AG prämiert das „Zukunftshaus“ in der Kategorie Neubau.

Bewerbungsschluss ist der 31. Juli 2020. Der Bewerbungsbogen mit den Kriterien kann heruntergeladen werden unterhttps://www.klimaschutz-hannover.de/themen/bauen-modernisieren/gruene-hausnummer.html http://hausnr.klimaschutz-hannover.de/
Langenhagens Umweltbeauftragte Marlies Finke und die Klimaschutzmanagerin freuen sich auf viele Bewerbungen für die Grüne Hausnummer.

Beratung und Fördermittel
Um den Weg zum energieeffizienten Eigenheim zu erleichtern, bietet die Klimaschutzagentur Region Hannover in Kooperation mit der Verbraucherzentrale sowie der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen regionsweit kostenlose Energieberatungen an. Diese finden im jeweiligen Gebäude statt und werden von unabhängigen Experten durchgeführt. Anmeldungen unter 0511 220022-88 oder online auf www.gutberatenstarten.de. Zudem hält die Region Hannover Fördermittel bereit. So soll die Dach-Solar-Richtlinie Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer dazu motivieren, ihr Dach energetisch zu sanieren und gleichzeitig eine Solaranlage zu errichten. Dabei sind bis zu 50.000 Euro Förderung pro Gebäude für die Dachdämmung möglich. www.hannover.de/solaroffensive