Wenn sie über geeignete Dachflächen verfügen, können auch Unternehmen einen kostenlosen Solar-Check erhalten - dank der Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Region Hannover.

Durch solare Energieerzeugung können Unternehmen ihre Kosten senken. Das gilt sowohl bei einem hohen Strom- als auch bei großem Wärme- oder Kältebedarf. Der erste Schritt ist ein Solar-Check: Dabei werden gebäudespezifische und anlagentechnische, sowie finanzielle und steuerliche Aspekte angesprochen. Je nach der Art des vorherrschenden Energiebedarfs gehen die Berater vor Ort auf Solarthermie oder Photovoltaik ein. Im Anschluss an das etwa zweistündige Beratungsgespräch erhält das Unternehmen einen kompakten Bericht, aus dem hervorgeht, ob und wie sich Solarenergie lohnt. Die Beratung ist kostenfrei. Interessenten melden sich unter Tel. 0511 22002284 oder füllen das Anmeldeformular aus.

Impulsberatung für KMU

In drei Pilotregionen – Region Hannover, Region Braunschweig-Wolfsburg sowie Landkreis Osnabrück – wird zusätzlich die Impulsberatung für KMU "Solar" getestet. Ziel ist, KMU mit jährlich mehr als 10.000 Euro Energiekosten die Potenziale von Solarenergie aufzuzeigen und Informationen zu den Themen Eigenverbrauch und Stromeinspeisung, Stromspeicherung sowie der Nutzung von Solarwärme für Gebäude und Prozesse zu geben. Das Angebot ist für die beratenen Unternehmen kostenfrei, die Finanzierung erfolgt aus Landesmitteln durch die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN). Sie erhalten über die Kooperationspartner Klimaschutzagentur Region Hannover sowie die RegionaleEnergieAgentur (REA) Braunschweig einen Beratungsgutschein im Wert von 750 Euro. Mit diesem wenden sie sich an einen Energieberater aus einem speziell geschulten Beraterpool.

Die Impulsberatungen für KMU werden von der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit (NAN) unterstützt.

Alle weiteren Informationen zu diesem Angebot finden Sie auf der Webseite der  Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.

Beispiel Warnecke, Gemeinde Wennigsen

V.l.: Michael Walkling, AS Projekte, Andreas Lau, Energieberater, Johann Warnecke, Nina Algermissen, Gemeinde Wennigsen, Axel Bader, Klimaschutzagentur Region Hannover und Michael Capota Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Foto: Mirko Bartels

Die Kornbrennerei Warnecke plant in die Zukunft und denkt an den Klimaschutz: 164 Photovoltaik-Module (45,92 kWp) produzieren seit Juni 2018 Solarstrom zum Eigenverbrauch des Familienunternehmens in Bredenbeck, Gemeinde Wennigsen. Und Johann Warnecke ist begeistert, denn 98 Prozent seines Strombedarfs für seinen Privathaushalt wie auch für die Brennerei liefert jetzt die ca. 360 m2 große Solaranlage mit zusätzlichem Stromspeicher.  Erst im Januar 2018 hatte Warnecke eine “Impulsberatung Solar” für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten. Diese Beratungen bietet die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen in Kooperation mit der Klimaschutzagentur Region Hannover Betrieben an, die mehr als 10.000 Euro Energiekosten pro Jahr haben.  “Der Energieberater Andreas Lau hat mir deutlich gemacht, dass ich den größten Teil meines Eigenstroms selbst im Betrieb verbrauchen kann. Danach war ich so motiviert, dass ich mir sofort einen Planer gesucht habe”, sagt Warnecke. 

Beispiel Thofehrn, Stadt Langenhagen

V.l.: Energieberater Ludwig Brokering, Bernd Vorbeck, Thofehrn-Geschäftsführer, Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover und Lothar Nolte, Geschäftsführer Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Aufn.: Jan Blachura

Gleich zwei Gebäude der Firma Thofehrn Hebezeuge in Langenhagen sind für die Installationen einer Solarstromanlage geeignet: das Bürogebäude sowie die Produktionshalle. Das ergab eine „Impulsberatung Solar“ für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wie sie die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen in Kooperation mit der Klimaschutzagentur Region Hannover anbietet.
Für Thofehrn-Geschäftsführer Bernd Vorbeck kam das Angebot einer kostenlosen Solarberatung gerade recht: „Ich möchte mein Unternehmen energieeffizienter ausrichten, denn die Energiekosten sind sehr hoch. Allein die Stromkosten liegen bei fast 20.000 Euro jährlich.“ Nach der Analyse von Energieberater Ludwig Brokering lassen sich allein auf dem Dach der Produktionshalle 90 bis 100 Photovoltaikmodule installieren, die bis zu 30 kWp Strom produzieren würden. Bei dem momentanen Stromverbrauch von 74.000 kWh pro Jahr können davon dann ca. 20.000 kWh durch selbst erzeugten Solarstrom ersetzt werden.

Beispiel MediTECH, Gemeinde Wedemark

Helge Zychlinski, Udo Sahling, Ralph Warnke und Ulf-Birger Franz (v.l.) auf dem Solardach des Firmengebäudes von MediTECH in der Wedemark. Foto: Mirko Bartels

Das Wedemärker Unternehmen MediTECH hat 2015 eine Solaranlage zur Eigenstromnutzung in Betrieb genommen. Eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Investition war laut Geschäftsführer Ralph Warnke die Solar-Check-Beratung der Klimaschutzagentur. Die 120 Module auf dem Dach des Firmengebäudes haben eine Gesamtleistung von 30 kWp und produzieren ca. 25.000 kWh Strom pro Jahr. Damit werden rund 60 Prozent des Strombedarfs des Unternehmens gedeckt, das Produkte zur Hör- und Lernförderung entwickelt und herstellt. Mit der Sonnenstromnutzung vom eigenen Dach sieht sich die Firma bei der Energieversorgung gut aufgestellt für die Zukunft. Pressemitteilung vom 24.04.2015

Beispiel Repha GmbH, Stadt Langenhagen

Auf Vermittlung der Wirtschaftsförderung der Stadt Langenhagen hat die Repha Gmbh, die biologische Arzneimittel herstellt, 2014 einen Solar-Check für den Neubau eines Firmengebäudes von einem Energieexperten der Klimaschutzagentur Region Hannover erhalten. Bei der Solarberatung wurden Fragen der Dimensionierung und Ausrichtung der PV-Anlage angesprochen. Jetzt liefern 232 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 62 kWp rechnerisch fast vollständig die benötigte Energie zum Heizen, Kühlen und Betreiben des sehr energieeffizienten Neubaus, der hauptsächlich als Lager dient und auch den Versand beherbergt. Das 90 Jahre alte Traditionsunternehmen mit Stammsitz im Ortsteil Godshorn wird von Björn Bradtmöller in vierter Generation geführt. www.repha.de 

Know-how-Transfer zu Solarberatungen

Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover berät im Rahmen ihrer „Solar-Checks“ seit Jahren sehr erfolgreich Hausbesitzer und seit 2014 auch Unternehmen, die sich für eine Solaranlage interessieren. 2013 wurden rund 300 Beratungen durchgeführt. Die Wirtschaftsförderung Region Hannover unterstützt dabei das Beratungsangebot für Unternehmen.

Die mehrjährige Erfahrung im Projektmanagement und Aufbau eines Beraternetzwerks sowie bei der Kommunikation des Angebots wurde jetzt von der Klimaschutzagentur in einer Reihe von Workshops an andere Energieagenturen oder vergleichbare Institutionen in Niedersachsen weitergegeben.

Finanziert wurde der Know-how-Transfer von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Nun soll das Solarberatungskonzept auch in anderen, niedersächsischen Regionen erprobt werden. Dazu wurde eine Kooperation zwischen der Landesagentur und lokalen Agenturen geschlossen. Eine Pressemitteilung dazu ist auf www.klimaschutz-niedersachsen.de zu finden.